trockene Augen, Augenlasern in der TürkeiZum Sehen geboren, zum Schauen bestellt“, so beschreibt der Turmwächter in Goethes Faust den Zweck seines Daseins – und meint damit nicht nur sich selbst, sondern das Augenwesen Mensch schlechthin. 80 Prozent der Eindrücke und Wahrnehmungen, die wir im Laufe eines Tages sammeln, gelangen über das Auge in unser Gehirn. Aber der „Seher“ von damals hat mit dem heutigen nicht mehr viel gemeinsam. „Ich blick’ in die Ferne,/ Ich seh’ in der Näh’,/ Den Mond und die Sterne,/ Den Wald und das Reh“ – zählt der Wächter auf dem Turm die „Augenblicke“ seines Tages auf. Heute lassen wir kaum noch den Blick schweifen, alles ist viel näher gerückt. Nur bei wenigen Tätigkeiten, etwa beim Autofahren, braucht es ab und zu noch Fernsicht. Ansonsten sind es Bildschirme mit Bildern und Buchstaben, auf die aus geringer Distanz das Augenmerk gerichtet wird.

Bildschirm trocknet Augen aus
Die betrüblichen Aussichten: Das ständige In-die-Nähe-Sehen bewirkt, dass sich die Augen immer schlechter auf die Weite einstellen können. Kurzsichtigkeit ist die häufigste Augenveränderung in den Industrienationen, in Deutschland sind 50 Prozent der unter-30-Jährigen betroffen. Dazu trocknet Bildschirmarbeit die Augen regelrecht aus. Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden bereits am so genannten „trockenen Auge“, klimatisierte und verrauchte Luft verschlimmert das Problem, die Ozonbelastung und Schadstoffe wie Feinstaub tun ihr übriges.

Rauchen ist Gift für die Augen
Apropos Rauchen: „Die wenigsten wissen, dass Rauchen der größte Feind des Auges ist“, sagen Fachaerzte für Augenheilkunde und Optometrie.
Der Schaden, den rund 2,3 Millionen Raucherinnen und Raucher riskieren, kommt nicht nur von außen, indem der Rauch von Zigarette & Co die Hornhaut austrocknet, sondern vor allem von innen: Rauchen schädigt die Gefäße auch des Auges, die Durchblutung wird gestört, die Versorgung der Sehorgane mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen beeinträchtigt, Sinneszellen der Netzhaut sterben ab, Sehschärfe geht verloren. „Rauchen ist ein eindeutiger Risikofaktor für das vermehrte und beschleunigte Auftreten einer Makuladegeneration, einer ,Verkalkung‘ der Netzhaut, die unbehandelt zu schweren Beeinträchtigungen des Sehvermögens führt“, warnen Augenärzte der Kaskaloglu Augenklinik.

Stress kann ins Auge gehen
Und auch Stress kann ins Auge gehen: Man weiß inzwischen, dass die so genannte Retinopathia centralis serosa eindeutig durch körperlichen und seelischen Stress verursacht wird. Diese Erkrankung der Netzhaut, die mit einer erheblichen Sehleistungseinschränkung einhergehen kann, betrifft vor allem jüngere Männer und Frauen. Man vermutet, dass sie ausgelöst wird, wenn der Wert des Stresshormons Cortisol im Blut dauerhaft erhöht ist.“